Verkehrsunfall auf einer abgelegenen Straße Richtung Bad Laasphe. Ein Pkw ist schwer verunglückt, die Insassen sind schwer verletzt worden. Ein Passant hat einen Notruf abgesetzt und bei der Kreisleitstelle Hilfe angefordert. Der Disponent alarmiert den zuständigen Notarztwagen des Deutschen Roten Kreuzes, die Freiwillige Feuerwehr, die Polizei, sowie einen weiteren Rettungswagen. Auch ein zweiter Notarzt muss alarmiert werden. Über die Straße würde dies weit über 20 Minuten dauern, zu entlegen ist die Unfallstelle. Deshalb entscheidet sich der Disponent dazu, den zweiten Notarzt mit einem Hubschrauber einfliegen zu lassen und alarmiert den Siegen stationierten ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 25“.
Wenige Sekunden nach dem Alarm startet Pilot Markus Scheld die Turbinen des Eurocopter 135. Er hat sich die Einsatzadresse im modernen Cockpit des Hubschraubers bereits herausgesucht und die komplexen Systeme des Hubschraubers hochgefahren. Nun steigen Rettungsassistent und Notarzt zu. Eine kurze Sichtkontrolle, ob die Abflugwege frei sind und niemand im Gefahrenbereich steht und dann hebt der Hubschrauber weniger als zwei Minuten nach der Alarmierung von der Plattform ab. Der Rettungsassistent steht in Funkkontakt mit der Leitstelle, um weitere Einzelheiten zum Unfall zu erfragen. Außerdem unterstützt er den Piloten bei der Navigation und achtet in der Luft auf Hindernisse, wie Stromleitungen, Masten, Vögel oder Baumkronen. Nach wenigen Minuten Flugzeit hat die Besatzung die Unfallstelle erkannt. Markus Scheld überfliegt die Einsatzstelle, um einen genauen Überblick zu erhalten und hat sich einen Landeplatz ausgesucht. Er parkt den Rettungshubschrauber millimetergenau auf der Straße, zwischen bäumen und Leitplanken. Noch während die Turbinen laufen, springen die Mediziner mit ihrem Material raus, um die Kollegen vor Ort zu unterstützen.
Seit 30 Jahren tun das die Frauen und Männer des Siegener Rettungshubschraubers nun. Am 1. Januar in 1982 wurde der ADAC Rettungshubschrauber am Siegener Jung-Stilling-Krankenhaus stationiert. Wie vielen Menschen er und seine Besatzungen in dieser Zeit schon gerettet haben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Allein in diesem Jahr wurde der Hubschrauber bereits weit über 1200-mal alarmiert. „Wir liegen derzeit bei rund 1260 Einsätzen. Das ist absoluter Rekord seit dem Bestehen der Station. Im Durchschnitt fliegen wir drei bis vier Mal täglich“, erklärt Pilot und Stationsleiter Markus Scheld. Dabei wird der Hubschrauber bis zu 50 Kilometer rund um seinen Standort eingesetzt, manchmal auch weiter. „Wir fliegen auch mal nach Korbach oder Meschede“, erklärt der Pilot mit Blick auf die Landkarte mit dem Einsatzradius. Der Hubschrauber wird dabei eingesetzt, wie ein Notarztwagen. Seine vorrangige Aufgabe ist es, den Notarzt schnellst möglich zum Patienten zu bringen. Der Anlass des Notfalles spielt dabei zunächst keine Rolle. Gerade auch in der sehr ländlichen Region Wittgensteins hat sich die Luftrettung dadurch einen sehr hohen Stellenwert erarbeitet.
Aber nicht nur, um den Notarzt schnell zum Patienten zu bringen, wird der Hubschrauber eingesetzt: Durch den hohen Zeitgewinn beim Einsatz eines Hubschraubers und den schonenden Transport wird der Hubschrauber auch alarmiert, um Patienten schnell und sanft in geeignete Zielkliniken, auch wenn sie weiter entfernt sind, zu fliegen. Strecken, die mit dem Auto weit über eine Stunde dauern würden, legt der Hubschrauber in wenigen Minuten zurück. So verlegt „Christoph 25“ auch Patienten aus dem Krankenhaus in Bad Berleburg in oft hundert Kilometer entfernt liegende Spezialkliniken innerhalb kurzer Zeit.
In Siegen-Wittgenstein hat der gelbe Engel in Zusammenarbeit mit den Rettungsdiensten am Boden schon vielen Menschen das Leben gerettet: Im Frühjahr 2008 hat er Fabienne Ullmann schonend und schnell in eine Spezialklinik geflogen. Bei einem Kindergeburtstag war sie von der Hüpfburg gefallen und hatte sich erheblich verletzt. „Sie war zuerst gar nicht mehr ansprechbar“, erinnert sich Mutter Bianca Limper-Ullmann an die Schilderungen der Nachbarn jenem Tag. Sie selbst war mit ihrem Mann zum Fußballspiel ihres Sohnes und ist dort erst informiert worden. „Als wir ankamen, war der Notarztwagen bereits vor Ort und man sagte uns, dass der Hubschrauber angefordert worden sei, um Fabienne schonend zu transportieren. Direkt neben dem Haus der Ullmanns ging der Hubschrauber in einer Wiese zur Landung und das Team übernahm die bereits versorgte kleine Patientin in den Rettungshubschrauber. Mit Kind und Mutter an Bord ging es in weniger als 10 Minuten ins Siegener Jung-Stilling Krankenhaus. Vom flug dorthin hat Fabienne nicht viel mitbekommen. „Ich konnte nicht raus sehen und war sehr schlapp“, erzählt sie. Im Krankenhaus wurde Fabienne ausgiebig untersucht und es wurde eine schwere Stauchung der Wirbelsäule festgestellt. „Fabienne hat alles sehr gut überstanden. Sie hatte nur einige Wochen noch starke Schmerzen“, erklärt Bianca Limper-Ullmann. Heute kann das aufgeweckte Mädchen wieder zur Leicht6atlethik gehen und ihrem Hobby, dem Jazz-Tanz nachgehen. Nicht zuletzt dank des schonenden Transports mit dem Rettungshubschrauber.
Wieder glücklich und gesund: Fabienne Ullmann zusammen mit ihrer Mutter Bianca Limper-Ullmann. Nicht zuletzt Dank des schonenden Transportes mit dem Rettungshubschrauber hat sie ihren Unfall relativ glimpflich überstanden.
In den 30 Jahren seines Tuns war Christoph 25 noch öfter in Wittgenstein eingesetzt, zuletzt am Dienstagmittag. Auch im neuen Jahr wird er unermüdlich Kurs nehmen, um Menschen zu helfen – wo immer sie ihn brauchen. Dazu wünsche ich allzeit guten Flug und viel Erfolg.
Aus alter Zeit: Impressionen mit der BO 105
Ein Luftsprung zum Geburtstag
Landung im Rheinpark, Tanzbrunnnen.
Wie viele Menschen nur seinetwegen noch leben, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Täglich ist er drei bis viermal unterwegs, um dort zu helfen, wo die Not am Größten ist. Der Kölner Rettungshubschrauber „Christoph 3“ wird morgen (22.12.2011) 40 Jahre alt. Mittlerweile gehört der orangefarbene Hubschrauber wie der Dom oder die Hohenzollernbrücke nach Köln. Anfangs noch von Leverkusen aus, aber später dann von Köln bringt er unermüdlich Mediziner an die Einsatzstellen und fliegt schwer kranke oder verletzte Menschen schonend und schnell in geeignete Kliniken. Geflogen wird Christoph 3 dabei von den Piloten und Pilotinnen der Bundespolizei Fliegerstaffel Sankt Augustin. Die Rettungsassistenten kommen von der Kölner Berufsfeuerwehr oder einer der Hilfsorganisationen. Notärzte werden von den Kölner Krankenhäusern gestellt.
Heute hat sich „Christoph 3“ einer kleinen Öffentlichkeit gezeigt, um sich aus Anlass seines Geburtstages fotografieren zu lassen. Morgens früh um kurz nach fünf hatten sich die ersten Fotografen auf den Weg nach Köln gemacht, um den Hubschrauber in Aktion und beim Posen zu fotografieren. Dafür wurde extra ein schöner Platz im Rheinpark ausgesucht, an dem sich der Hubschrauber und seine Besatzung um kurz vor neun Uhr den Fragen einiger Journalisten und den Fotografen stellen konnten. Dabei schilderte die Besatzung eindrucksvoll, wie anspruchsvoll es ist, „Christoph 3“ oder auch jeden anderen Hubschrauber im Rettungsdienst zu fliegen. „Es gibt fast nichts anspruchsvolleres“, erklärt Pilot Jörg Sparbrodt. Er hat den Hubschrauber nicht nur auf der Autobahn gelandet, sondern auch in engen Hinterhöfen, im Vorgarten oder mitten auf einem Dorfplatz – eben überall dort, wo ein Mensch dringend Hilfe brauchte. Bis vor einigen Jahren startete der Rettungshubschrauber von einem Krankenhaus in Köln-Merheim. Doch wegen neuer Gesetze und weil sich Anwohner beschwert hatten, wurde er dort nicht mehr toleriert. So musste sich der Hubschrauber kurz vor seinem runden Geburtstag eine neue Bleibe suchen und seinen Wohnort an der Ostmerheimer Straße zurück lassen. Hier kommt er nur noch ab und zu mal vorbei, wenn mal wieder einen Schwerverletzten in die Obhut des Klinikpersonals geben muss. Mittlerweile startet „Christoph 3“ vom Flughafen Köln-Bonn aus. Eine Behelfslösung.
Doch kurz vor seinem 40. kam eine gute Nachricht: Es darf ein neues zu Hause gebaut werden. Das hat der Rat der Stadt Köln mehrstimmig nach einem jahrelangen Streit entschieden. Eigentlich schade, dass es dafür so lange braucht. Weltjugendtag und der jährliche Rosenmontag sind keine Probleme, aber das zu Hause für einen Rettungshubschrauber? Naja, egal. Wenn jetzt alles klappt, dann darf „Christoph 3“ zusammen mit „Christoph Rheinland“, dem Intensivtransporthubschrauber der ADAC Luftrettung GmbH, ab Ende 2014 auf dem Kölner Kalkberg wohnen, wo ein neues Luftrettungszentrum gebaut werden soll. Nachdem „Christoph 3“ und seine Besatzung im Rheinpark am Tanzbrunnen fertig waren, gab es noch einen Luftsprung zum Geburtstag: „Christoph 3“ kam im hohen Bogen über die Hohenzollernbrücke, einem der Kölner Wahrzeichen, geschossen, drehte eine Kurve und posierte sogleich noch einmal für die Fotografen im Schwebflug über dem Rhein, vor dem Dom und der Brücke. Immer und immer wieder drehte Pilot Jörg Sparbrodt seinen Vogel in alle Richtungen, ans Ufer hin und wieder weg, hoch und wieder runter, von links und von rechts. Dann schließlich verabschiedete sich der Hubschrauber mit einem schnellen Vorbeiflug von den Fotografen und flog wieder Heim. Im kommenden Jahr sollen ein Festakt und ein Aktionstag zum Geburtstag folgen – ich bin dabei!
An dieser Stelle wünsche ich den Besatzungen allzeit guten Flug und eine immer gesunde Heimkehr von den Einsätzen, sowie alles Gute zum Geburtstag.
Lebensretter im Nebel
Vom Krankenhaus in Bad Berleburg musste heute Morgen (31.08.2011) ein krankes Kind in eine Spezialklinik verlegt werden. Dafür hatte die Rettungsleitstelle den in Siegen stationierten ADAC Rettungshubschrauber "Christoph 25" alarmiert.
Der Landeplatz am Krankenhaus hüllte sich jedoch in dichten und zähen Nebel, sodass der Hubschrauber dort nicht landen konnte. Dennoch musste das Kind schnell verlegt werden. Zunächst wurde überlegt, den Hubschrauber am Schulzentrum auf dem Stöppel landen zu lassen. Doch auch dort herrschte dichter Nebel und es konnte nicht gelandet werden.
Pilot Rainer Michely steuerte "seine" EC 135 hoch über dem Nebel in Richtung des Einsatzortes in Bad Berleburg. Mehrmals kreiste er und suchte sich eine Lücke im Nebel, die der erfahrene Pilot schließlich für eine Landung nutzen konnte. Der gelbe Engel landete so oberhalb eines Wohngebietes an der Bad Berleburger "Gontardslust".
Die medizinische Besatzung um Notarzt Dr. Jörn Conzen und Rettungsassistent Bernd Stausberg wurden von einem Passanten zum Krankenhaus gefahren. Dort bereiteten sie zusammen mit der RTW Besatzung der DRK Rettungswache Bad Berleburg um die beiden Rettungsassistenten Gerd Griesing und Kevin Dornhöfer zusammen mit Rettungssanitäter-Praktikant Lukas Klöckner den kleinen Patienten für den Transport zum Hubschrauber und den Flug in die Spezialklinik vor.
Während das Kind medizinisch versorgt wurde, riss die Nebelwand nach und nach auf und ein Start war dann problemlos möglich. Zusammen mit der Mutter des Kindes ging es dann mit über 200 km/h in Richtung Spezialklinik. Neben der Beantwortung einiger Fragen von herbeigeeilten Passanten blieb dem Piloten das tolle Gefühl, mit seinem hervorragenden Können dazu beigetragen zu haben, einem Kind das Leben zu retten.
Person im Wasser - Hilfe aus der Luft
Aufgrund stärkster Regenfälle sind Flüsse zu reißenden Strömen geworden, von meterhohen Häusern sind nur noch die Dächer zu sehen, Wasser soweit das Auge reicht. Menschen haben sich auf die Dächer, auf Bäume oder Erhöhungen geflüchtet. Einige treiben im Wasser. Jetzt sind die Männer der Bundespolizeifliegerstaffeln gefragt: Sie sollen die Menschen mit Hubschraubern aus dem Wasser retten.
Dafür hat die Arbeitsgemeinschaft „Hubschrauber gestützte Wasserrettung“ ein bundeseinheitliches Konzept entwickelt. Der Vorteil hierbei: Einsatzkräfte der Bundespolizeifliegerstaffeln, der DLRG, der DRK-Wasserwacht und des Deutschen Feuerwehrverbandes arbeiten dabei eng zusammen. „Normalerweise hat jede dieser Organisationen ihre eigenen Spezialisierungen. Da hier alle Organisationen so eng zusammenarbeiten, kann jede Organisation von diesen Spezialisierungen profitieren“, erklärt Andreas Hillebrand, bei der DRK Wasserwacht für die Luftrettung verantwortlich.
Dieses Konzept wurde am Dienstag von allen Beteiligten auf dem Rhein bei Leverkusen geübt.Kurz nach dem Alarm macht sich das Hubschrauberteam der Bundespolizei startklar. Die Winde am Hubschrauber ist gecheckt, die Turbinen werden hochgefahren. Nach wenigen Minuten hebt der Hubschrauber ab und nimmt Kurs in Richtung eines Menschen im Wasser.
Der Windenoperator lässt das Stahlseil mit einem Retter zu Wasser, während der Pilot den Hubschrauber zielsicher in Richtung des Opfers steuert. Mit einer so genannten Rettungsschlinge, die sich am unteren Ende des Seils befindet, kann das Opfer nun mit Hilfe des Helfers gesichert und an Bord des Hubschraubers gezogen werden. „Im absoluten Notfall würde das Opfer, auch aus strömendem Wasser heraus, direkt an Land in Sicherheit gebracht“, erklären die Männer der Fliegerstaffel. In diesem Moment hebt der Hubschrauber erneut ab. Es soll eine weitere Situation trainiert werden: Eine Person muss von einem Lkw gerettet werden.
Bei Flutkatastrophen retten sich viele Menschen auf Erhöhungen und müssen von dort gerettet werden. Nach einer eleganten Kurve und nachdem sich der Pilot vergewissert hat, das keine Leitungen oder andere Hindernisse den Hubschraubereinsatz gefährden, steuert er mit der „EC 155“ den Lkw an, hält die Maschine dort minutenlang auf der Stelle. Der Retter wird abgeseilt und kann dem Opfer die Rettungsschlinge umlegen. Dann geht es an Bord des sicheren Hubschraubers. Drei verschiedene Szenarien haben die Frauen und Männer der Arbeitsgemeinschaft „Hubschrauber gestützte Wasserrettung“ am Dienstag geübt. „Dabei müssen Menschen gerettet werden, indem der Hubschrauber einmal mit der Strömung anfliegt, einmal gegen die Strömung anfliegt und einmal ein Opfer von einer Erhöhung gerettet wird“, erklärt Andreas Hillebrand. Am Nachmittag haben die 35 Spezialisten ihre Übung beendet. Einmal im Jahr muss eine solche Fortbildung für die 18 Luftretter der Fliegerstaffel Sankt Augustin durchgeführt werden. Dies ist in den anderen Staffeln der Bundespolizei genauso der Fall. Da alle nach dem bundeseinheitlich gleichen Konzept arbeiten, ist gewährleistet, dass man Luftretter aus Bayern, Ostdeutschland, Berlin oder Nordrhein-Westfalen sofort zusammen arbeiten lassen könnte. Eine Einarbeitung wäre nicht erforderlich. Die geübten Rettungstechniken haben sich bei den Flutkatastrophen in Süd- und Ostdeutschland oder im Ausland bereits mehrfach bewährt.
Auch die NRW Polizei hat geübt
Auch die Polizeifliegerstaffel des Landes NRW, mit den Flugeinsatzgruppen aus Düsseldorf und Dortmund hat in dieser Woche Rettung aus dem Wasser geübt. Zum einen wurde mit der EC 155 dieselbe Rettungsübung wie von der Bundespolizei geübt. „Doch wir weichen ein ganz klein wenig vom Bundeskonzept ab“, erklärt Thorsten Schmidt von der 2. Technischen Einsatzeinheit der Polizei NRW. „Wir fliegen so nah wie möglich zum Opfer heran und ziehen den Helfer nicht durchs Wasser hin. Dann arbeiten wir mit zwei Rettungsschlingen, wovon eine unter den Achseln und eine an den Knien befestigt wird. Dann wird das Opfer einer halbsitzenden Position gerettet“.
Eine weitere Rettungsübung, die für den akuten Notfall geeignet ist, erklärt Pilot Thomas Levermann, Leiter der Flugeinsatzgruppe Düsseldorf: „Das ist die so genannte Kufenrettung. Dabei geht der Hubschrauber direkt übers Wasser und der Copilot rettet das Opfer durch die Schiebetür“, erklärt Levermann. Dies, so der Pilot weiter, sei das Standardverfahren für akute Notfallsituationen, die nicht, wie der Einsatz bei einer Flutkatastrophe, vorher planbar seien.
„Wenn der Hubschrauber angesprochen wird, dass ein Mensch zum Beispiel in den Rhein gestürzt ist, oder von einer Brücke gesprungen ist, muss es sehr schnell gehen. Unsere Piloten würden dann sowieso runter gehen um zu helfen. Da ist es besser wir üben das immer wieder, anstatt die Leute sich selbst zu überlassen“, erklärt Levermann.
Die Polizeitaucher der 2. Technischen Einsatzeinheit NRW wurden dazu im Wasser zurückgelassen und mit zwei der üblichen Einsatzhubschrauber der NRW Polizei wurde die Kufenrettung dann nacheinander geübt. Millimetergenau mussten die Piloten dabei die BK 117 über den Rhein steuern und der Copilot von der seitlichen Schiebetür aus agieren. „Dabei liegt die Kunst des Piloten darin, die Präzision zu bekommen, nicht zu tief zu gehen, die Maschine zu schützen und trotzdem den Menschen zu retten“, erklärt Thomas Levermann.
Diese Präzision besitzen die Piloten bereits: So können sie pro Jahr drei Einsätze verzeichnen, bei denen sie mit „ihrem“ Hubschrauber und der Kufenrettung einem Menschen das Leben gerettet haben. Wie wichtig diese Übungen der Polizei NRW, die übrigens viermal im Jahr stattfinden sind, hat der Übungstag gezeigt: Für einen Realseinsatz „Person im Wasser“ stromaufwärts musste die Übung unterbrochen und ein Hubschrauber abgezogen werden. Die Rettung verlief erfolgreich.
Nächtliche Lebensretter in Bad Berleburg
In der Nacht zu Mittwoch, den 17.02.2010 wurde es laut in Bad Berleburg, Am Seifchen. Doch die nächtliche Ruhestörung hatte einen lebenswichtigen Zweck: Der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph Westfalen“ war zum Krankenhaus nach Bad Berleburg alarmiert worden, um einen schwer kranken Patienten schnell und schonend in eine weiter entfernt liegende Spezialklinik zu fliegen. Wenige Minuten nach dem Alarm machten sich beiden Piloten und ihre Mediziner im westfälischen Greven auf den Weg nach Bad Berleburg. Zuvor mussten sie die Flugroute ansehen und für die betreffende Strecke das Wetter prüfen. Nach kurzer Zeit stand fest, dass ein Flug stattfinden kann. Mit rund 220 km/h machte sich die BK 117 der ADAC Luftrettung GmbH auf den Weg nach Bad Berleburg, wo die Besatzung bereits vom DRK-Rettungswagen erwartet wurde, der die Mediziner und ihre Ausrüstung in kurzer Fahrt zum nahe gelegenen Krankenhaus brachte. Durch das medizinische Team der Helios - Klinik war der Patient bereits für den Hubschraubertransport vorbereitet worden. In Minutenschnelle und mit einem gewaltigen Schneesturm machte sich der Rettungshubschrauber dann auf den Weg zur Spezialklinik. In Deutschland gibt es nur wenige Rettungshubschrauber, die eine Nachtflugerlaubnis haben. Aus flugsicherungstechnischer Sicht kann ein Nachtflug nur mit zwei Piloten erfolgen und es dürfen nur bekannte Landeplätze angeflogen werden. Die Vorhaltung aller in Deutschland stationierten Rettungshubschrauber für einen 24 Stunden Dienst erscheint leider zu kostenintensiv, weshalb nur einige wenige Hubschrauberstandorte ihre Maschinen und Besatzungen rund um die Uhr bereithalten.
Fotos mit der BO 105
Im Moment (14.08.2009) fehlt es für die Seite ein wenig an aktuellen Ereignissen. Deshalb hat es in der letzten Zeit auch nicht viele Fotos gegeben. Viel Termindruck und Vorbereitungen für die Fotoausstellung in der Sparkasse tun den Rest. Dennoch möchte ich versuchen, meinen Besuchern gerecht zu werden. Ein Dankeschön an den mir unbekannten Verfasser des letzten GB-Eintrags, der nach neuen Fotos fragt.
Nun, um zumindest in der „Flaute" mal ein paar Fotos einzustellen, denke ich, dass es gut ist, der BO 105 einmal mehr ein wenig Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Dieser Hubschraubertyp fand über Jahre in der Luftrettung in Deutschland Verwendung, wurde über 30 Jahre lang produziert. Mit diesem Rennpferd lernte die Luftrettung in Deutschland das Laufen. Im Juli wurde nun endgültig offiziell der letzte Hubschrauber dieses Typs in Zwickau (Christoph 46) aus der Luftrettung in Deutschland abgezogen und durch den neueren Hubschrauber EC 135 ersetzt. Die Erfahrungen mit der BO 105 waren ausgesprochen gut und deshalb war diese Entscheidung für viele in der Luftrettung tätigen und auch für viele Liebhaber ein schmerzlicher Entschluss. Mit diesen Fotos im Anhang möchte ich den Liebhabern, den Luftrettern und den Besuchern hier eine kleine Freude machen und die Möglichkeit geben, sich an die Zeit der BO 105 zurück zu erinnern. Ich hoffe, dass mir das gelungen ist.
Die EC 135 fliegt ja noch, Tobias....
Christoph 2 an der BGU Frankfurt/Main.
Christoph 25 bei einem Motorradunfall zwischen Erndtebrück und Bad Laasphe auf der B 62.
Christoph 25 im Wintereinsatz. Verkehrsunfall bei Erndtebrück.
Christoph 25 startet an einem schönen Herbsttag auf der B 62.
Christoph 7 startet in Richtung Kassel.
Christoph 25 im Winter an seiner Station in Siegen.
Christoph 25 startet am Krankenhaus in Weidenau.
Christoph 7 an der Uni-Klinik in Marburg.
Christoph 25 startet bei einem Wintereinsatz in Erndtebrück.
Christoph 18 - Ochsenfurt, Start zum Einsatz.
Christoph 18 - Ochsenfurt, nach der Landung.
Christoph 25 in Bad Fredeburg.
Christoph 44 - Göttingen, nach der Landung.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 44, Start zum Einsatz.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 3 - Landeanflug in Köln.
Christoph 25, Wasserrettung auf der Bigge.
Christoph 44, Start zum Einsatz
RTH zweimal in Raumland
Gleich zweimal wurde heute Abend (24.06.2009) die Hilfe des Siegener Rettungshubschraubers „Christoph 25" in Wittgenstein benötigt. Am frühen Abend wurde der Hubschrauber zusammen mit dem Bad Berleburger DRK-Rettungswagen zu einem Sportunfall in den Stöppelsweg nach Raumland geschickt. Dort war es auf einem Fußballplatz zu einem medizinischen Notfall gekommen. Pilot Reiner Michely landete den Christoph in einer frisch gemähten Wiese direkt am Stöppelsweg. Nach kurzer Versorgung vor Ort wurde der Patient ins Bad Berleburger Krankenhaus gefahren. Der RTH flog ebenfalls dorthin, um den Notarzt wieder an Bord nehmen zu können.
Wenige Minuten nach dem Start in Richtung Siegen wurde der Hubschrauber erneut abgerufen: Wenige Meter entfernt von der ersten Einsatzstelle war es auf dem Parkplatz des Rothaarbades zu einem medizinischen Notfall gekommen. Wieder wurde der Patient zusammen mit dem Team des DRK Rettungsdienstes aus Bad Berleburg versorgt und dann ins Krankenhaus gefahren. Diesmal begleitete der Notarzt den Transport jedoch nicht und so konnte der Christoph 25 direkt weiter in Richtung Siegen fliegen.
Ein besonderer Dank geht an meine Kollegen der Rettungswache und an Christian Bonfert und Sonja Fuchs.
Der größte Dank geht hier allerdings an den RTH - Pilot Reiner Michely!
Christoph 13 in Bad Berleburg
Seltenen Besuch gab es eben (24.06.2009) am RTH-Landeplatz des Helios Klinikum in Bad Berleburg. Der Bielefelder Rettungshubschrauber „Christoph 13" brachte einen Patienten ins Bad Berleburger Krankenhaus. Der Rettungshubschrauber vom Typ EC 135 wird vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz gestellt, die Piloten stammen von der Fliegerstaffel Gifhorn der Bundespolizei. Die Rettungsassistenten auf „Christoph 13" stellt die Berufsfeuerwehr Bielefeld, die Notärzte kommen von der Chirurgie und der Anästhesie der städtischen Kliniken Bielefeld gem. GmbH, wo der RTH auch seinen Standort hat. In Bad Berleburg war die Bielefelder Stammmaschine mit der Kennung D-HZSG im Einsatz. Viel Zeit hatte die Besatzung aufgrund einer Vielzahl an Einsätzen nicht. Allerdings geht die Einsatzbereitschaft auch für die Bielefelder Luftretter bei Sonnenuntergang zu Ende. Dort hat man auch bereits vor längerer Zeit von der guten alten BO 105 auf den moderneren EC 135 T2i umgestellt. In NRW gibt es nur den Christoph Westfalen von der ADAC Luftrettung GmbH und den SAR 41 von der Bundeswehr aus Nörvenich, die nachts Einsätze fliegen.
Ein besonderer Dank geht an meine vielen Anrufer, und nicht zuletzt an den Piloten der - sicher ganz unbewusst - im Anflug genau über mein Haus kam, sodass ich den Einsatz gar nicht verpassen konnte.
Rettung mit dem Hubschrauber
ADAC Luftrettung GmbH stellt neues Konzept vor
Die ADAC Luftrettung GmbH hat ein Wasserrettungskonzept mit einer so genannten Langseilrettung entwickelt. Dabei ist der große Vorteil darin zu sehen, dass der RTH zur Rettung eines Ertrinkenden nicht mehr wie sonst nur wenige Zentimeter über dem Wasser fliegen muss. Hierbei fliegt die Maschine rund 15 bis 20 Meter über dem Wasser und lässt dem Ertrinkenden eine Schlinge herunter, in der er sich einhaken kann. Die Schlinge zieht sich dann selbst zu und so kann der Ertrinkende dann ans rettende Ufer gezogen werden. Vom Rettungsassistenten, der mit einem Stehhaltegurt in der Schiebetür gesichert steht, wird der Pilot dabei genau über Bordfunk navigiert. Innerhalb von nur vier Minuten ist das Rettungssystem einsatzbereit.
Am letzten Montag und Dienstag haben die Rettungsteams der Hubschrauberstationen „Christoph 8" aus Lünen und „Christoph 76" aus Münster dieses neue Rettungskonzept in Lünen am Horstmarer See auf dem Gelände des Seepark Lünen geprobt und entsprechenden Feuerwehren und Leitstellenpersonal vorgestellt.
Taucher der Feuerwehren aus Dortmund und Hamm nahmen ebenso an der Veranstaltung Teil, wie fliegerisches und medizinisches Personal der Hubschrauberstationen.
Erst im Zweifel darüber, ob ich aufgrund der Entfernung die Veranstaltung besuchen sollte, war es doch gut, da gewesen zu sein. Nicht nur um selbst ein Bild davon zu erhalten, wie effektiv diese Rettungstechnik anzuwenden ist, sondern auch, um das ganze fotografisch zu dokumentieren. Dass ich innerhalb weniger Stunden alle Speicherkarten voll hatte und mit 1012 Fotos 1,9 GB belege, ist mir vorher noch nicht passiert.
Zunächst werden die Langseile auf den Hubschraubern „Christoph 8", „Christoph 76" und „Christoph Rheinland" mitgeführt und dort eingesetzt.
Hier nun einige Impressionen zur Übung.
Stationspilot Holger Hoven stellte zuerst die Funktionsweise der Schlinge am Langseil vor
Nach der ersten Einweisung konnte es dann losgehen
Es wurden immer in mehreren Flügen Taucher ausgesetzt, die dann anschließend in einem langen Durchgang gerettet wurden. Danach wurde dann die Besatzung gewechselt.
Über dem Wasser wurden die Taucher abgesetzt, die anschließend mit der neuen Technik gerettet wurden.
Nachdem die Taucher abgesetzt worden waren, ging es raus zur Rettung.
Dabei musste der Pilot vom Rettungsassistenten genau über den Ertrinkenden navigiert werden.
Von der Kufe aus wurden die Anweisungen gegeben.
War der Ertrinkende entdeckt und hatte die Schlinge gefasst, gings zum Ufer.
Der Weg war lang, aber dadurch, dass die Schlinge den Ertrinkenden selbst fixiert, war diese Rettungsaktion möglich.
Der Vorgang wurde mehrmals wiederholt und es wurden wieder neue Taucher aufgenommen.
Und wieder auf zum See.
Kurz vor dem Absprung der Taucher.
Wieder Start zur Menschenrettung.
Erkundungsflug über der "Einsatzstelle".
Anflug zum Ertrinkenden.
Wieder bekommt einer der Taucher die Schlinge zugeworfen.
Blick durchs Schilfufer.
Auch die Besatzungen am Boden beobachten die Rettungsaktion aufmerksam.
Der Ertrinkende wird zum Ufer gezogen.
Landeanflug am Ufer nach der Rettung.
Eine letzte Kurve für die Fotografen.
Nach der Übung flogen die Maschinen zur nahelegenen Station von "Christoph 8".
Nach der Landung wurden die Maschinen getankt.
Anschließend wurde das Material getauscht und umgerüstet. Am Dienstagnachmittag endete die interessante Übung schließlich.
Besuch aus Münster
Dieser Tage war „Christoph 76" zu Gast am Bad Berleburger Krankenhaus. Die Besatzung des ADAC Hubschraubers hatte einen Patienten aus Bocholt zur Reha nach Bad Berleburg gebracht. Nach etwa einer halben Stunde Aufenthalt startete die Besatzung wieder in Richtung Flughafen Münster/Osnabrück, wo der Hubschrauber stationiert ist.
Bei der Maschine handelt es sich um einen Intensivtransporthubschrauber der ADAC Luftrettung GmbH vom Typ BK 117. Zuvor wurde diese Maschine bereits sehr lange als ITH „Christoph 71" am Doppelstandort Senftenberg in der Niederlausitz eingesetzt. Aufgrund oft weiter Flüge hat diese BK 117 als einzigste Maschine der ADAC Luftrettung GmbH einen Reservetank oberhalb der linken Kufe. „Christoph 76" wird bundesweit für Intensivverlegungsflüge eingesetzt, kommt aber auch immer mal wieder primär zum Einsatz.
Tolles Winterspiel am Berleburger Krankenhaus
Ein tolles Wintermotiv bot sich heute (5.1.2009) am Landeplatz des Helios-Krankenhaus in Bad Berleburg. Dort war Christoph Rheinland von der ADAC Luftrettung GmbH gelandet.
Der Hubschrauber, der am Flughafen Köln/Bonn stationiert ist, war im Einsatz um einen Patienten zu verlegen. Die BK 117 wird vermehrt für Intensivtransporte eingesetzt, findet aber immer mal wieder primär Verwendung.
Zusammen mit der Besatzung des DRK-RTW der Wache Bad Berleburg wurde der Patient von der Intensivstation zum Hubschrauber gebracht und in eine Spezialklinik verlegt.
Gerade in der winterlichen Landschaft war der gelbe Hubschrauber ein guter Kontrast und somit ein schönes Fotomotiv. Ein herzlicher Dank geht an meine Kollegen, die mich angerufen haben, dass der Hubschrauber kommt.